Baby an Bord

Elternzeit unter Segeln

Visby- die Perle Gotlands

Wieder einmal stand für uns eine spontane Entscheidung an. Wollen wir die insgesamt 125 Seemeilen Umweg in Kauf nehmen und unser Boot vor die Gewässer Gotlands bringen? Wer meinen Mann kennt, weiß, spontane Reiseplanung ist nicht sein Fall, aber bisher hätten wir mehr Glück mit unserer Routenplanung nicht haben können.
Da die Mitsegler Visby wärmstens empfehlen, checken wir also die Windvorhersagen für die Hin- und Rückfahrt und setzen Kurs auf Gotland.

Die Westküste Ölands

Zuallererst einmal: Nehmt euch in Acht vor brütenden Seevögeln. Es ist nicht das erste Mal, dass wir wie hier in Sandvik von einem Vogelpaar attackiert werden. Also bitte, wer ist denn so blöd und baut sein Nest direkt am Strand oder auf Touriwegen?

Von Allem etwas!

Nach knapp zwei Wochen in Schweden schleicht sich auch bei uns so langsam der Alltag ein. Am Morgen ist der Wind meist noch schwach und wir nutzen die Gelegenheit, um mit unserem Sohn zu spielen, das Chaos an Bord im Rahmen zu halten und die Umgebung zu erkunden. Durch ein stabiles Hochdruckgebiet bietet sich bisher der Nachmittag zur Weiterreise an. Der Wind frischt dann meistens gegen 14.00 Uhr auf, sodass wir gen Norden segeln und die Küste Schwedens entdecken können.

Välkommen till Sverige

„Wir lassen es ganz langsam angehen! Maximal segeln wir so zwei bis drei Stunden täglich. Sonst wird das einfach zu viel für den Kleinen.“, sagten sie. Schon unsere erste Woche belehrt uns eines Besseren.

Wenn das Wickeln die größte Herausforderung ist…

Wenn das Wickeln die größte Herausforderung ist…
… dann ist die Crew mit fast allen Wassern gewaschen.
… dann hat der Skipper seinen Job gut gemacht und ein gutes Wetterfenster ausgesucht.
… dann hält der alte Kahn was er verspricht.
Nach knapp einer Woche auf Fehmarn haben wir den Sprung über den Teich gewagt. Die Wetterprognosen standen gut, die Crew fühlte sich so bereit wie es eben unter Unwissenden ging und das Schiff glänzte mit neuer Gasanlage und Bordtoilette bereit für das Abenteuer Schweden.

Bootswahnsinn

Wie bereits angekündigt, ein kleiner Auszug aus unserem neuen Alltag an Bord.
Philippe: „Ich verkabel jetzt noch schnell die neue Buchse und dann bin ich fertig.“
Lisa: „Ok, wie lange dauert das ungefähr? Dann können wir danach an den Strand gehen“
Philippe: „Zehn Minuten maximal. Dann kann ich morgen die neue Gasleitung verlegen und am Freitag die neue Toilette einbauen. Danach sind es nur noch Kleinigkeiten!“

Here we roll…

Das Abenteuer beginnt! Die letzten Kleinigkeiten eingepackt und unsere aufregende Reise beginnt.
Unser erstes Fazit: Wir verstehen jetzt, warum Eltern nur nachts mit ihren Kindern in den Urlaub fahren.
Unser zweites Fazit: Wir haben es überlebt und die Belohnung ist grandios. Ein windstiller, lauer Abend im Mai empfängt uns in unserem neuen Zuhause.

Abschied heißt was Neues kommt…

Noch einmal ausgiebig duschen, ein letztes Mal im ordentlichen Bett schlafen und alle Vorzüge des Lebens an Land genießen, dann brechen wir in unser Abenteuer auf.
Die Vorfreude auf so ein großes Abenteuer mit drei Monaten auf See paaren sich mit der Aufregung und den ersten Verabschiedungen von Oma’s und Opa’s. Haben wir die richtige Entscheidung getroffen? Wer weiß das schon! Aber probieren geht bekanntlich über studieren, was für ein Luxus – so viel gemeinsame Familienzeit. Also brechen wir für die nächsten Monate im Leben unseres Sohnes die Zelte ab und freuen uns auf viel frische Luft, jeden Tag Angeln und Segeln und einen warmen Sommer in Schwedens und Norwegens toller Natur.

Der Countdown läuft…

Noch knappe 24 Stunden bis unser Abenteuer der Elternzeit auf dem Wasser startet und die Aufregung steigt. Haben wir an alles Wichtige gedacht? Sind genügend Windeln eingekauft? Passt alles an Bord? Erstaunlicherweise haben wir unseren gesamten Hausstand für drei Monate in unseren, zwar geräumigen, aber doch kleinen Golf bekommen. Die Dachbox ist voll und auch der letzte Winkel des Kofferraums ist zu gepackt.

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